Ich möchte hier gerne meine Erfahrungen mit dem Mähroboter ECOVACS GOAT G1 sowie dem dazugehörigen Kundenservice mit euch teilen und würde mich freuen, im Rahmen einer Befragung auch eure Erfahrungen kennenzulernen.
Umfrage
Meine Immobilie & das Grundstück
Bei der Immobilie, in der ich den ECOVACS GOAT G1 eingesetzt habe, handelt es sich um ein Mehrfamilienhaus. Eine der Wohnungen bewohne ich selbst, bin jedoch nicht immer vor Ort. Umso wichtiger war für mich, dass der Mähroboter möglichst zuverlässig und eigenständig arbeitet.
Die Rasenfläche verläuft in einer U-Form um das gesamte Haus. Einen Teilbereich lasse ich vom GOAT G1 bewusst nicht befahren, da dieser zunächst begradigt werden müsste und dort vermutlich mindestens zwei zusätzliche Beacons erforderlich wären. Zwar hatte ich dies ursprünglich geplant, habe aber aufgrund meiner späteren Erfahrungen davon abgesehen. Effektiv ergibt sich somit eine L-förmige Mähfläche.
Meine Kauferfahrung mit dem ECOVACS GOAT G1
Nach umfangreichen Recherchen habe ich mich für den ECOVACS GOAT G1 entschieden. Selbstverständlich habe ich auch diverse Internetforen gelesen, um mir ein möglichst umfassendes Bild zu machen. Mir war bewusst, dass dort Kritik häufig stärker vertreten ist als Lob – das habe ich bei meiner Entscheidung entsprechend berücksichtigt.
Ich habe mich für einen Direktkauf bei ECOVACS entschieden (https://www.ecovacs.com/de/shop), da ich davon ausging, dass man im Problemfall beim Hersteller am besten aufgehoben ist. Diese Annahme hat sich leider als falsch erwiesen. Andere Käufer, die ihr Gerät beispielsweise bei OBI erworben haben, berichten von deutlich besserem Support und unkomplizierten Rücknahmen bei Problemen.
Abgesehen davon verlief der Kaufprozess selbst reibungslos: Das Gerät wurde schnell geliefert.
Inbetriebnahme des ECOVACS GOAT G1
Auch wenn der GOAT G1 kabellos arbeitet, sollte man für die Inbetriebnahme 2–3 Stunden einplanen. Zunächst wird die Basisstation aufgebaut, anschließend erfolgt die Konfiguration über die iPhone-App, insbesondere die WLAN-Anbindung. Eine stabile WLAN-Abdeckung im Garten ist dabei zwingend erforderlich.
Die Integration der Beacons erwies sich als etwas hakelig und funktionierte nicht auf Anhieb – bei mir waren 2–3 Anläufe nötig. Schnell wurde klar, dass die zwei mitgelieferten Beacons bei weitem nicht ausreichen. Ich musste die Einrichtung abbrechen und zwei weitere Beacons nachbestellen. Rückblickend hätte ich mich besser informieren können, dennoch hat mich dieser Punkt sehr geärgert, da die Gesamtkosten dadurch deutlich gestiegen sind.
Zwei Tage später trafen die zusätzlichen Beacons ein, und ich konnte die Installation abschließen. Das automatische Mapping habe ich zunächst ausprobiert, dieses funktionierte jedoch überhaupt nicht zuverlässig. Daher habe ich die Rasenfläche manuell abgefahren. Bei mir handelt es sich um etwa 800 Quadratmeter, das Abfahren der Begrenzung dauerte rund 20 Minuten. Anschließend startet der Lernprozess, bei dem der GOAT G1 die Fläche selbstständig erkundet.
Erfahrungen aus der Anfangszeit
Anfangs war ich insgesamt zufrieden. Der GOAT erledigte seine Arbeit, blieb jedoch gelegentlich hängen. Ich habe daraufhin versucht, den Garten zu optimieren, um diese Probleme zu reduzieren – etwa durch das Entfernen von Wurzeln rund um Bäume oder das Auffüllen von Vertiefungen mit Erde.
Leider blieb das Problem bestehen: Der Roboter blieb weiterhin hängen, immer an anderen Stellen. Im Durchschnitt etwa einmal pro Woche, sodass ich meine Mieter bitten musste, ihn zu befreien. Zusätzlich habe ich selbst viel Zeit damit verbracht, über die App zu kontrollieren, ob der Mähvorgang ordnungsgemäß läuft.

Zunehmende Probleme des ECOVACS GOAT G1
Mit der Zeit nahmen die Probleme weiter zu. Trotz aller Gartenoptimierungen hatte ich zunehmend das Gefühl, mehr Zeit mit dem GOAT zu verbringen, als wenn ich den Rasen per Hand gemäht hätte.
Nach etwa einem Jahr Betrieb trat ein neues, gravierendes Problem auf: Der GOAT G1 verlor regelmäßig seine Position und fuhr chaotisch durch den Garten. Nach diversen Tests wurde mir klar, dass er trotz bestehender Beacon-Verbindung glaubte, sich an einer völlig anderen Stelle zu befinden. In einem Fall fuhr er sogar auf die Straße – glücklicherweise konnte ein Mieter ihn rechtzeitig stoppen.
Im Video seht ihr wie er chaotisch herumfährt. Laut seiner internen Position befindet er sich gerade mitten auf der Grasfläche. In der Realität befindet er sich in der Einfahrt.
Ein Neustart half zwar kurzfristig, jedoch meist nur für wenige Tage. Auch die neuesten Firmware-Updates konnten dieses Problem nicht dauerhaft beheben.
Zusätzlich trat zeitweise ein Fehler auf, bei dem die Remote-Kamera nicht mehr funktionierte, sodass der Live-Kamerafeed in der App nicht mehr verfügbar war.

Erfahrungen mit dem Kundenservice von ECOVACS
Initial habe ich vier Support-Tickets bei ECOVACS eröffnet. Dabei musste ich leider feststellen, dass die Ticketbearbeitung extrem schlecht organisiert ist. Zunächst hielt ich die Berichte in Facebook-Gruppen zum schlechten Kundenservice für übertrieben – im Nachhinein muss ich sagen: Sie hatten recht.
Das Muster war bei allen Tickets nahezu identisch:
- Kontaktaufnahme per E-Mail an service-de@ecovacs.com mit Problembeschreibung
- Man erhält dann eine automatische Eingangsbestätigung
- In einer weiteren Email durch ECOVACS erfolgt die Nachfrage nach Kaufdetails (Produkt, Kaufdatum, Seriennummer, Kaufbeleg etc.)
- Trotz vollständiger Antwort meinerseits folgten wiederholte Erinnerungen, dass angeblich Informationen fehlen würden
- Teilweise habe ich dieselben Daten bis zu drei Mal gesendet – ohne Fortschritt
- Auch neu eröffnete Tickets führten zum gleichen Ergebnis und zur gleichen Email Schleife
So vergingen über sechs Monate, ohne dass mir konkret geholfen wurde.
Daraufhin bin ich zweigleisig vorgegangen: Ich habe weitere Tickets eröffnet und zusätzlich postalische Einschreiben mit vollständiger Dokumentation versendet. Leider ebenfalls ohne Erfolg oder einer Verbesserung der Kommunikation.
Telefonischer Kontakt
Nach vielen Versuchen und langen Wartezeiten erreichte ich schließlich telefonisch eine Mitarbeiterin. Sie konnte meine Tickets sehen, teilte mir jedoch mit, dass diese nicht bearbeitet worden seien, da ich nie auf Rückfragen reagiert hätte.
Ich nannte ihr konkrete Zeitpunkte und Inhalte meiner Antworten. Angeblich seien diese E-Mails nie angekommen. Zur Anmerkung: Ich nutze einen Gmail-Account. Warum die initialen E-Mails zugestellt werden, spätere Antworten jedoch angeblich nicht, konnte mir niemand erklären. Stattdessen wurde mir deutlich vermittelt, dass der Fehler bei mir liege.
Als ich die versendeten postalischen Einschreiben erwähnte, wurde die Mitarbeiterin zunehmend unfreundlich und sagte wörtlich:
„Die Zentrale in Düsseldorf hat Besseres zu tun, als Ihre Einschreiben zu lesen.“
Ich habe daraufhin ruhig erklärt, dass eine solche Aussage inakzeptabel ist und einem Affront gegenüber dem eigenen Kunden gleichkommt.
Rechtsanwalt eingeschaltet
Nach diesem Telefonat hatte ich keinerlei Hoffnung mehr auf eine einvernehmliche Lösung. Ich habe daraufhin sämtliche Unterlagen dokumentiert und einem Rechtsanwalt übergeben. Über den weiteren Verlauf werde ich berichten.
Meine Empfehlung
Auf Basis meiner Erfahrungen kann ich weder den ECOVACS GOAT G1 noch das Unternehmen ECOVACS empfehlen.
Solltet ihr euch dennoch für ein Produkt von ECOVACS entscheiden, rate ich dringend dazu, dieses über Händler wie OBI oder Amazon zu kaufen. In vielen Fällen wird dort von einer deutlich besseren Unterstützung berichtet als bei einem Direktkauf beim Hersteller.
Ich selbst werde in der kommenden Saison den Mammotion LUBA Mini AWD Lidar ausprobieren und hoffe, dass es besser wird.





